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sonderausstellung
Johannes Otzen (1839 - 1911), Architekt:
Bauten in Schleswig-Holstein und Hamburg
Ein Museum, das sich
anschickt, das Werk eines Architekten der Gründerzeit auszustellen, geht ein
Risiko ein, selbst wenn der Architekt ein Kind der Region war und mit dieser
Region Zeit seines Lebens persönlich und durch seine Bauten verbunden war.
Die Architektur des Historismus ist auch in den hundert Jahren, seit sie
durch die Vorläufer des "Internationalen Stils" des beginnenden 20.
Jahrhunderts abgelöst wurde, nicht aus der Diskreditierung herausgekommen.
Noch immer wirft man den Bauwerken dieser Zeit hohles Pathos und fehlende
Kreativität vor, noch immer werden Bauten dieser Zeit (fast) ohne Skrupel
abgerissen oder durch An- und Umbauten entstellt.
Vielen der Bauten des aus Sieseby an der Schlei stammenden Architekten
Johannes Otzen ist es ebenso ergangen, sei es durch Unkenntnis, sei es durch
radikale Veränderungen als Folge der im Zweiten Weltkrieg entstandenen
Bauschäden.
Die Ausstellung, die sich aus räumlichen Gründen auf die Bauten im Norden
Deutschlands konzentriert, will nicht mehr und nicht weniger als den
Besucher mit den Bauten eines der führenden Kirchenbaumeister Preußens
bekannt machen, der mit seinen Ideen und seinen ausgeführten Bauten
maßgeblich zu einem neuen Bauprogramm protestantischer Kirchen am Ende des
19. Jahrhunderts beigetragen hat: Stichwort "Wiesbadener Programm". Es sah
einen Zentralraum ohne die Sicht störende Stützen und mit einer neuartigen
Anordnung von Altar, Kanzel, Orgel und Sängerempore in einer Achse
übereinander gestaffelt vor.
Seine sechs Hamburger Kirchenbauten sind in der Mehrzahl vor der Entwicklung
dieses Programms entstanden, doch deuten sie in einzelnen Fällen durch die
Innenraumgestaltung auf die zukünftige Gestaltungsform hin. Die Bauten
werden durch Pläne und Ansichten, die in dieser Zusammenstellung noch nicht
gezeigt wurden, vorgestellt und erläutert.
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info
Laufzeit:
8. Juli bis 19. August 2001
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