Museum Eckernförde : Das besondere Museumsstück : Osterhasen
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das besondere museumsstück

Osterhasen

Osterhasen, 1. Drittel des 20. Jahrhunderts

Pappe, Pappmaché, Holz, Tuchschur
Museum Eckernförde Inv. Nr. AB 924, AB 925, AB 927

Ostern rückt näher; man sieht es an den bunten Eiern und Osterhasen in den Auslagen der Geschäfte. Auch im Museum hält der hoppelnde Vierbeiner Einzug: allerdings nur aus Pappe und Pappmaché. Wurde im 17. Jahrhundert bereits berichtet, dass der Osterhase Eier ausbrüte, sie bemale und dann im Gras oder im Gebüsch verstecke, um Kindern oder einfältigen Leuten eine Freude zu bereiten, so begann die Spielzeugindustrie in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts mit der Massenproduktion unterschiedlichster Hasentypen. Woher unsere Museumshasen stammen, können wir nicht belegen, sie gehören aber zur Kategorie der "naturalistischen" Hasen, die es etwa seit 1880/90 gibt. Wurde zunächst die Papiermachémasse mit der Hand in die Form gedrückt, so verwendete man ab etwa 1898 eine Masse, die sich wie Porzellan gießen ließ.

Die Fertigungsmethoden bieten gute Anhaltspunkte zur Datierung der Objekte. Unser Hase ohne Kiepe ist aus dünner, gepresster Pappe geformt, die Ohren sind aus Pappe geschnitten und angeklebt. Vorder- und Hinterläufe sind vierkantig bearbeitet, womit die ältere Art eingesteckter Hölzer nachgeahmt wird; dies spricht für eine Entstehung nach 1900. Der Hase mit Kiepe hat zwar äußerlich eine ähnliche Form und Haltung, doch sind Körper, Läufe und Ohren aus Masse geformt. Die samtartige Oberfläche seines Körpers besteht aus Tuchschur. Das ist ein Gewebestaub, der in der Textilfabrikation als Abfallprodukt anfällt. Durch seine Verwendung wirkt der Hase "lebensechter". Dieses Verfahren ist seit den 20er Jahren bekannt.

Gemeinsam ist den beiden Hasen, dass ihre Köpfe abnehmbar und die Körper hohl sind – deshalb heißen sie in Sammlerkreisen auch "Candy-Container". Zweck der Hasen war nämlich, Zuckereier und andere Süßigkeiten aufzunehmen. So betrachtet ist zumindest für diese Art Hase die Tätigkeit als "Eierbringer" belegt.

wegweiser

Osterhasen: Raum 1.0X

archiv

2003

Fayence-Teedose
Porträt S.C. Otte
Deichbruch 1825
Osterhasen
Stuhl, um 1905
Porträt M. Suadicani
Früchtestillleben

2004

Fäkalienkübel

2005

Briefträgerinnen
30 Jahre Museum Eckernförde

 


 

 
 
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