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das besondere
museumsstück
Stuhl,
um 1905
Eiche, Leder, Messingnägel, 94,5 x 42,5 x 44 cm,
Hersteller unbekannt; in der Art des Eugene
Gaillard (1862-1933), Museum Eckernförde Inv. Nr. AB
1094
Unter den Möbeln, die im Jugendstil-Zimmer des Museums ausgestellt werden,
nehmen die beiden lederbezogenen Stühle mit den geschwungenen Beinen eine
besondere Stellung ein. Ihre Besonderheit liegt in der Konstruktion, die vom
üblichen Aufbau eines Stuhles in einem entscheidenden Punkt abweicht. Die
Rückenlehne bildet nicht die Verlängerung der hinteren Stuhlbeine, sondern
stellt in sanftem Schwung die seitliche Verstrebung von Vorder- und
Hinterbeinen her. Die hinteren Beine sind angesetzt, der Sitzrahmen lastet
auf den verlängerten Holmen der Rückenlehne. Sitz und Rückenlehne sind
lederbezogen und mit Messingnägeln befestigt.
Ihr Vorbild findet sich in den Stühlen des französischen Möbelgestalters Eugene
Gaillard, dessen Esszimmer, eine Auftragsarbeit eines schwedischen
Ehepaares, 1900 auf der Pariser Weltausstellung im Salon des Kunsthändlers
Samuel Bing ausgestellt war. Die Stühle wurden in weiteren Exemplaren von
Gaillard gebaut und finden sich heute in verschiedenen deutschen und
internationalen Museen.
Unsere Stühle sind keine Originale; dagegen sprechen die weniger elegante
Verarbeitung und die Verwendung von Eiche statt Nussbaum. Wir gehen davon
aus, dass ein uns unbekannter Eckernförder Tischler die Stühle nach
Abbildungen für einen hiesigen Auftraggeber nachgebaut hat. Die Reproduktion
oder Nachahmung eines Stuhles, der auf der Weltausstellung 1900 in Paris
Aufsehen erregte, belegt die überregionale Wirkung seiner Form. Unser
Jugendstilensemble bildet insgesamt ein Beispiel dafür, wie neue
Gestaltungsformen in andere Regionen übertragen und in die jeweilige
Tradition eingebunden wurden.
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wegweiser
Jugendstil-Zimmer: Raum 1.04
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